4. Grieskirchner 12-Stunden-Benefizlauf - 23.08.2008
Teilnehmerrekord, Spendenrekord und ein Überraschungssieger
Auch von einem schweren Unwetter nur wenige Stunden vor dem Startschuss zum 4. Grieskirchner 12-Stunden-Benefizlauf ließen sich 540 Sportler nicht abhalten. Die kühlen Temperaturen waren für die Läufer ideal und der leichte Regen zwischendurch konnte das Lauffest in keiner Weise stören.
Neben drei Italienern waren im Feld der 12-Stunden Einzelläufer viele deutsche Teilnehmer zu finden. Unter ihnen etwa Bodo Rathsburg, mit 73 Jahren der Älteste im Feld. Die auffälligste Gestalt war sicher auch diesmal wieder „Pumuckl“ Dietmar Mücke. Dem bayrischen Barfußläufer kamen nach eigenen Angaben der glatte Asphalt und das kühle Wetter am meisten entgegen. So hatte er auch nach 12 Stunden und 116 Kilometern keine Blasen an den Fußsohlen. „Diese Leistung schätze ich höher ein als meinen 24-Stunden-Barfußweltrekord von 146km“, so ein glücklicher Mücke, der auch im nächsten Jahr wieder dabei sein will.
Der Kampf um den Tagessieg verlief äußerst spannend. War es in der ersten Hälfte des Bewerbs der erst 18-jährige Rainer Predl, der das Tempo vorgab, so schob sich das Feld am Ende noch sehr zusammen. Als um 18:30 Uhr ein Böllerschuss den 12-Stundenlauf beendete, hatte der 56-jährige Wiener Ludwig Wolf mit 128,9 Kilometern die Nase vorne. Schon auf dem zweiten Rang mit Monica Barchetti aus Italien die beste Frau. Sie übertraf mit 128,0km den Streckenrekord der Ungarin Edit Berces aus dem Jahr 2006. Andrea Accorsi, der Lebensgefährte von Monica landete mit 127,0km an der dritten Stelle.
Insgesamt gelang es 25 Ultraläufern, die 100km-Marke zu übertreffen. unter ihnen auch der 66-jährige Ferdinand Deixler aus Wels.
Den 6-Stundenbewerb konnten der Bad Schallerbacher Hannes Zederbauer (71,4km) bzw. die Wienerin Ingrid Bandel (67,0km) für sich entscheiden. Der Grieskirchner Lokalmatador Herbert Lehner belegte mit 70,4km den tollen zweiten Rang.
Heiß her ging es auch in den Staffelbewerben. Die KEBA Wiesel waren hier mit 178,3km nicht zu schlagen.
Im Rahmen der Siegerehrung wurde dem 5-jährigen Nico aus Eberschwang ein Lego-Flugzeug geschenkt. Vor einem Jahr bei der Übergabe des Spendenschecks in der Kinderklinik noch als Folge der Chemotherapie ohne Haare, ist der Kleine jetzt wieder gesund.
Tolles Ergebnis auch beim Spendenbetrag: 16.000 Euro!!!
„Pumuckl“ Dietmar Mücke schreibt in einem Mail an Reinhold Straßer: „Es ist mir nie zuvor leichter gefallen, so weit mit einem so lange anhaltenden Hochgefühl zu laufen. Die Zeit verging wie im Flug und es war in keiner Sekunde langweilig oder zäh für mich. Die zahlreichen Kinder, die mich über den ganzen Tag immer wieder begleitet haben, hatten sicher ihren Anteil an meiner Leistung. Von Anfang an ausschlaggebend dafür war jedoch die Vorfreude aufs Wiedersehen mit Nico und seiner Mama. Nur für diesen Moment hätte ich gefühlsmäßig noch Stunden so weiter rennen können. Leider habe ich Nico während der letzten Runden nicht gesehen. Gerne hätte ich ihn mit auf die Strecke genommen. Als er dann unmittelbar nach dem Ende mit seinem Pumuckl auf mich zukam, war dies ein wohl noch bewegender Moment für mich als der im Linzer Krankenhaus an seinem Bett.“
Heinz Ludl, Einzelläufer aus Stockerau schrieb: „115,445 km hatte ich am Ende in den Beinen, ich spürte einerseits Schmerzen in meinem Körper, die ich in den bisherigen 37 Jahren noch nicht hatte, andererseits waren die Glücksgefühle aber noch viel größer.“
